Hanauer Märchenpfad

25. April 2017

Es war einmal…

Jeder kennt diese drei Worte, mit denen die meisten Märchen beginnen. Magische Worte, die uns in eine andere Welt entführen. Ich bin mit Märchen großgeworden, in erster Linie mit denen der Brüder Grimm. Meine Oma erzählte mir und meinem Bruder die berühmten Geschichten immer zum Einschlafen. Bei den Brüder Grimm Festspielen Hanau konnten wir die Märchen dann live erleben.

Als großer Märchenfan erkundige ich heute den 2016 eingeweihten Hanauer Märchenpfad. Auf diesem lassen sich zehn Skulpturen entdecken, die „Märchen aus der Maingegend“ zeigen, die den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm einst für ihre berühmte Sammlung der Kinder- und Hausmärchen erzählt worden sind.

Es ist Anfang April, nach einem langen und kalten Winter ist endlich der Frühling gekommen. Es ist Sonntag, die Sonne lacht, keine Wolke am Himmel. Auf geht’s in die Hanauer Innenstadt. Mit dem Faltplan des Hanauer Märchenpfades in der Hand starte ich bei Nummer 1 im Schlosspark. Hier sprießt und blüht und summt und brummt es an jeder Ecke. Die erste Statue „Die sechs Schwäne und ihre Schwester“ finde ich direkt. Sie steht mitten im Schlossparkteich. Ein mehr als passender Platz wie ich finde. Die Schwäne scheinen über das, in der Sonne glitzernde, Wasser zu gleiten. Die Statue der Schwester steht am Ufer, mit Blick auf die Schwäne.

Vom Schlosspark geht es vorbei an König Drosselbart auf dem Schlossplatz vor der alten Stadtbücherei zum Altstädter Markt. Hier wartet der Teufel mit den drei goldenen Haaren auf mich. Auf dem Platz vor dem Goldschmiedehaus haben die Cafe- und Restaurantbesucher in der Sonne Platz genommen und genießen das Flair der Altstadt. Für mich geht es weiter. Ich schlendere vorbei an Relikten der alten Stadtmauer und gelange direkt zum neuen modernen Herz der Innenstadt.

Vorbei am Forum, einem modernen Shopping-Center, das auch kulinarisch für jeden etwas zu bieten hat. Über den komplett umgestalteten Busbahnhof gehe ich zum ebenfalls renovierten Finanzamt. Vor diesem steht die Statue zu „Daumerlings Wanderschaft“, ein mir bisher unbekanntes Märchen. Es kommt mit auf die Liste der in diesem Sommer zu lesenden Märchen. Das Märchen, das in der Salzstraße seinen Platz eingenommen hat, kenne ich wiederum sehr gut: Tischlein deck dich. Wie man es aus dem Märchen kennt, sieht man hier den Esel, aus dessen Hinterteil Geldstücke kommen.

In der Französischen Allee, neben der Niederländisch-Wallonischen Kirche, finde ich das Rotkäppchen, einen Korb gefüllt mit Wein und Brot unterm Arm. Neben ihr der Wolf, aber alles andere als böse, sondern fast etwas eingeschüchtert.

Am Marktplatz treffe ich auf Schneewittchen, die gerade in den vergifteten Apfel gebissen hat. Jetzt benötige auch ich eine Stärkung. Vom Schneewittchen sind es nur wenige Meter zum neu eröffneten Märchencafé am Marktplatz. Bei dem herrlichen Wetter nehme ich gerne Platz an einem der vor dem Café aufgestellten Tische mit Blick auf das Brüder-Grimm-Denkmal. Die Karte enthält einige kleine Leckereien. Ich entscheide mich für Palatschinken mit Lachs und Spinat. Eine gute Wahl, wie sich zeigt, als mir kurze Zeit später das Essen serviert wird. Aber auch der Kuchen soll einen Ausflug ins Märchencafé wert sein. Hier erhält man sogar selbstgemachte Pralinen mit den Bildern der Statuen des Hanauer Märchenpfades.

Und auch der Gang zu den Toiletten ist hier etwas Besonderes, denn hier werden die Märchen des Märchenpfades abgespielt. Eine passende CD mit den gelesenen Märchen des Märchenpfades kann an verschiedenen Stellen in Hanau erworben werden, wie z.B. im Hanau Laden am Freiheitsplatz.

Nach der Stärkung begebe ich mich auf die letzte Etappe des Märchenpfades. Auf dem Weg zurück zum Schlosspark begegne ich dem Gestiefelten Kater sowie Brüderchen und Schwesterchen. Während ich das Märchen des gestiefelten Katers sehr gut kenne, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich Brüderchen und Schwesterchen schon jemals gelesen habe.

Ich mache mich auf den Nachhauseweg und bin fest entschlossen mir mein Märchenbuch bei Gelegenheit wieder vorzunehmen und in alte Zeiten und Erzählungen zu tauchen.

Wissenswertes

Infos zur Entstehung des Märchenpfades und die Route gibt es unter:
www.hanau.de

Infos zu den Brüder Grimm Festspielen Hanau, die nach wie vor jährlich von Mai bis Juli im Amphitheater am Schloss Philippsruhe stattfinden, gibt es unter:
www.festspiele.hanau.de

Silke Dickmann

Über

Silke Dickmann, die gebürtige Hanauerin kennt dank ihrer fast 20-jährigen Tischtennis-Aktivität auf Kreis-Ebene so gut wie jede Sporthalle im hessischen Spessart, aber auch die heimische Landschaft wird gerne erkundet, am liebsten hoch zu Ross. Als Mitarbeiterin der Spessart Tourismus und Marketing GmbH freut sie sich darauf den Spessart auch über die Kreisgrenzen hinweg bekannt zu machen.

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