Für alle Sinne – Der Barfußpfad in Bad Orb

13. Juni 2017

Den Sommer willkommen heißen

Ich befinde mich gerade bis zu den Knien in einem Graben voller weichem, braunem Schlamm und wate barfuß hindurch. Tatsächlich habe ich mich in diese mir ungewohnte Situation freiwillig und voller Absicht begeben:

Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen dieses Jahres hinter den Wolken hervorkommen, nutze ich die Gelegenheit, um gemeinsam mit meinen Freundinnen den 4,5 Km langen Barfußpfad der Kurstadt Bad Orb zu besuchen und so das schöne Wetter gebührend willkommen zu heißen. Den längsten Barfußpfad in ganz Deutschland bezwingen- das klingt verlockend, auch wenn es –wie wir jetzt noch nicht wissen- an manchen Stationen eine echte Herausforderung darstellen wird.

Als wir am Gelände ankommen, begrüßen uns die Angestellten der Kurgesellschaft, welche den Pfad gemeinsam mit der Kreisrealschule Bad Orb instand halten. Ich bin begeistert von den Eindrücken, die mich beim Betreten der Anlage empfangen: Die Sonne scheint, es ist seit tagelangem Regen endlich wieder warm und trocken draußen, und selbst die Blumen auf der Wiese haben sich scheinbar nicht durch die vergangenen Unwetter unterkriegen lassen: Ihr Duft und ihre Farbenvielfalt weckt Vorfreude auf den gerade erst beginnenden Sommer.

Abenteuer Barfußpfad

Am Eingang kaufen wir uns noch eine Flasche Wasser am Kiosk, dann gibt es kein Zurück mehr: Schuhe und Strümpfe werden ausgezogen und auf riesigen, fußförmigen Steinplatten geht es los Richtung Barfuß-Abenteuer. Schon vor der ersten Station bekomme Ich durch die kitzelnden Grashalme auf der Wiese einen kurzen ersten Eindruck von dem, was nun auf meine Füße zukommt.

Die freundlichen Mitarbeiter der Anlage bieten uns eine Führung an, die wir nach kurzem Überlegen aber dankend ablehnen und beschließen, den Barfußpfad auf eigene Faust zu erkunden.

Der Pfad beginnt mit einer ca. 2mx2m großen Grube, gefüllt mit hellem Sand. Als ich diese betrete, werde ich durch den weichen Boden unter- und an meinen Füßen sofort an den letzten Sommerurlaub am Sandstrand in Italien erinnert. Doch dieses Urlaubsgefühl ist nur von kurzer Dauer, denn schon geht es weiter zur nächsten Grube, diesmal gefüllt mit Schotter. Für meine bis eben mit Sand verwöhnten Füße ist dies eine gelungene, wenn auch etwas unbequeme Abwechslung.

Der viereinhalb Kilometer lange Weg ist gespickt mit weiteren, abwechslungsreichen Stationen, welche meine Füße den unterschiedlichsten Empfindungen aussetzen und in meinen Fußsohlen verschiedene Reize und Impressionen weckt. Mal balancieren wir über senkrecht im Gras stehende Holzpflöcke, mal durchqueren wir ein Beet aus Tannen- und Kieferzapfen und einmal verschlägt es uns sogar über ein grobkieseliges Steinfeld.

Die wohl außergewöhnlichste Grube ist ein ca. 60cm tiefer Graben, welcher bis oben hin mit Schlamm gefüllt ist. Beim Eintauchen meiner Beine in den weichen, braunen Matsch kommen die unterschiedlichsten Gefühlseindrücke in mir hoch, von erstem Ekel über Aufregung und Neugier, bis hin zur Verwunderung, als sich das Fußbad im kalten Schlamm überraschend als sehr angenehm herausstellt.

Ein weiteres Highlight ist das Durchqueren des eiskalten Wassers im knöchelhohen Bach. Da im Spessart mittlerweile sommerliche Temperaturen herrschen, ist die Kälte zunächst ein Schock, es fühlt sich an wie tausend kleine Nadelstiche an meinen Füßen. Doch auch diese Herausforderung ist schnell gemeistert, da wir den Bach sehr zügig durchqueren.

Nachdem wir nach über 2 Stunden auch die letzte Station durchlaufen haben, ist es geschafft und wir holen uns am Kiosk eine Brezel für eine wohlverdiente Stärkung. Den Bad Orber Barfußpfad zu besuchen, ist für mich die perfekte Aktion, um den lange ersehnten Sommer in diesem Jahr willkommen zu heißen. Es ist aufregend, macht Spaß und heute ist bestimmt nicht mein letzter Besuch in der Kurstadt.

Wissenswertes

Der Barfußpfad in Bad Orb verfügt über mehr als 30 Stationen und hat für jede Altersgruppe viel zu bieten. Führungen können gebucht werden unter www.barfuss-bad-orb.de

Franzi Huth

Über

Franzi Huth lebt seit ihrer Kindheit in Linsengericht und ist mit der Umgebung des Spessarts vertraut. Nun lernt sie durch ein Praktikum bei der Spessart Tourismus und Marketing GmbH ihre Heimat von einer ganz neuen Seite kennen. „Es gibt im Spessart noch immer viel Neues für mich zu entdecken. Da ich mich schon immer für Kultur und Tourismus interessiert habe, freue ich mich nun darauf, die Region genauer erkunden zu können.“

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