Besuch des Wildparks „Alte Fasanerie“ in Hanau

28. Juni 2017

Die Natur erwacht aus dem Winterschlaf

Ich befinde mich im kühlenden Schatten der Bäume des Hanauer Waldes und schaue mich um. Als ich mich umdrehe, sitzt vor mir ein Luchs, nur etwa 8 Meter entfernt. Er muss sich leise angeschlichen haben, ich habe zuvor nichts bemerkt. Das Raubtier sieht mir mit bedrohlich ruhigem Blick direkt in die Augen. Die auf den ersten Blick gefährlich wirkende Situation wird entschärft durch einen dünnen Drahtzaun, der mich vom Gehege der Luchse trennt.

Sobald die Tierwelt aus ihrem Winterschlaf erwacht, nutzen mein Freund und ich die Gelegenheit, der Alten Fasanerie in Hanau einen Besuch abzustatten.
Als Naturfreunde freuen wir uns über jede Möglichkeit, den Wald und seine Umgebung zu erkunden. Also machen wir uns an einem schönen, sonnigen Samstagmorgen auf, den Wildpark in Hanau zu besichtigen.

Als wir ankommen, entscheiden wir uns, zuerst den Weg Richtung Elch-Revier einzuschlagen. Der noch vom gestrigen Regen feuchte, weiche Waldboden gibt bei jedem Schritt ein wenig nach und ich bin froh, meine festen Wanderschuhe angezogen zu haben.

Nach einer Weile erreichen wir das Gehege der Elche. Ihren Namen verdanken sie ihrem majestätischen Aussehen: auf Griechisch bedeutet Elch „Kraft“, „Abwehr“ oder „Stärke“, was mir beim Anblick der beeindruckenden Tiere sofort einleuchtet. Groß und majestätisch wie sie sind, laufen die Hirsche in ihrem Gehege umher, ohne sich von neugierigen Besuchern aus der Ruhe bringen zu lassen. Ihren imponierenden Kopfschmuck, das Geweih, verleiht ihnen ein stolzes Aussehen. Einen Moment noch beobachten wir sie, dann geht es weiter durch die herrliche Natur des Hanauer Waldes. Der zarte Waldduft der Bäume umgibt uns dabei bei jedem Schritt.

Wir nähern uns dem Gehege der Wildkatze nähern. Ich bin überrascht, wie stark sie doch meiner Hauskatze zuhause ähnelt. Auf den ersten Blick gibt es zwischen den beiden braun-grau getigerten Katzen keinerlei Unterschied, doch die Hinweistafel neben dem Zaun verrät mir, dass die beiden Rassen in keiner Weise miteinander verwandt sind, was mich sehr überrascht. Leider erfahre ich durch einen zweiten Blick auf das Schild auch, dass die Wildkatze in den letzten Jahren stark vom Aussterben bedroht war. Nun kommt sie jedoch langsam wieder in die Laub- und Mischwälder Deutschlands zurück.

Begegnung mit Wolf und Luchs

Auch den Wölfen statten wir einen Besuch ab. In der alten Fasanerie leben sowohl die schneeweißen Polarwölfe, als auch europäische Wölfe, die sich mit ihrem unauffälligen grauen Fell gut in der Natur tarnen können. Ihren schlechten Ruf verdanken sie nicht nur dem Klischee des bösen Wolfes aus den traditionellen Grimm-Märchen, sondern auch der Urangst des Menschen, der sich in längst vergangenen Zeiten große Sorgen um sein Vieh machen musste, welches immer wieder von hungrigen Wölfen aus dem Wald angegriffen wurde. Trotz ihres schlechten Rufes sind Wölfe sehr soziale und scheue Tiere. Letzteres wird uns besonders deutlich, als wir uns dem Wolfsgehege nähern: Die Wölfe scheinen stets darauf bedacht, reichlich Abstand zum Zaun zu halten, der Sie von neugierigen Besuchern trennt. Sie wirken fast schon schüchtern, und sie zu fotografieren, erweist sich als nicht möglich, da sie sich schnell zurückziehen.

Nebenan liegt das Gehege der Luchse. Das Tier, welches vor einigen Jahren als fast ausgestorben galt, wurde nun gezielt in Deutschland angesiedelt und fand seinen Weg auch in die Alte Fasanerie. Von Schüchternheit ist bei der Raubkatze – im Gegensatz zu den Wölfen – keine Spur: Als wir näher treten, kommt auch sie langsam auf den Zaun zu, der uns auf nur wenige Meter von Ihr trennt, und beobachtet uns argwöhnisch. Jedoch verliert sie schnell das Interesse und wendet sich ab.

Schließlich ist es Abend, und es wird langsam Zeit, nach Hause zu fahren. Ein langer Tag im Wildpark „Alte Fasanerie“ neigt sich dem Ende und unser Hund Landro wartet zuhause schon auf uns. Am Ausgang werfen wir einen letzten Blick zurück auf den Park, dann geht es zurück, nach Hause.

Wissenswertes

In der alten Fasanerie können Besucher täglich bei den Fütterungen der Tiere zusehen und dienstags bis sonntags eine Greifvogelshow besuchen. Geöffnet hat der Wildpark täglich von 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter www.erlebnis-wildpark.de

Franzi Huth

Über

Franzi Huth lebt seit ihrer Kindheit in Linsengericht und ist mit der Umgebung des Spessarts vertraut. Nun lernt sie durch ein Praktikum bei der Spessart Tourismus und Marketing GmbH ihre Heimat von einer ganz neuen Seite kennen. „Es gibt im Spessart noch immer viel Neues für mich zu entdecken. Da ich mich schon immer für Kultur und Tourismus interessiert habe, freue ich mich nun darauf, die Region genauer erkunden zu können.“

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