Zauberhafte Zufallsreise durch Wilhelmsbad

30. Juni 2017

Brüderchen und Schwesterchen im Staatspark Hanau-Wilhelmsbad

von Silke Dickmann

Ich entfliehe dem Büroalltag und mache mich auf zu meiner ersten zauberhaften Zufallsreise.
Der Zufallsgenerator wählt für mich das Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ aus. Der Name des Märchens kommt mir bekannt vor, allerdings will mir die Geschichte dazu nicht mehr recht einfallen. Ich entscheide mich dafür, mir das Märchen vor meiner Zufallsreise nicht durchzulesen, sondern meiner Phantasie auf der Suche nach folgenden Schlüsselbegriffen freien Lauf zu lassen:
Wald – Junge & Mädchen – Brunnen – Hexe – Reh – Hütte im Wald – goldenes Halsband – Jäger – Krone

Als Ort meiner Reise habe ich mir den Staatspark Wilhelmsbad ausgesucht. Wo könnte eine märchenhafte Zufallsreise besser stattfinden als in der Brüder-Grimm-Stadt Hanau?

Ich betrete den Staatspark und verschaffe mir auf der Übersichtskarte am Eingang erst einmal einen Überblick und schaue, wo ich einige der Schlüsselbegriffe finden könnte.

Der Schlüsselbegriff Wald ist schnell gefunden. Circa die Hälfte des Parks besteht aus einem Wäldchen, durch das der kleine Braubach führt. Ich schlendere hindurch und hoffe, ein Reh im Wald zu entdecken. Dieser Wunsch wird mir allerdings nicht erfüllt. Das Reh muss ich also woanders finden.

Ich verlasse den Wald und gehe über die Wackelbrücke hinauf zum historischen Karussell, das jahrelang aufwändig restauriert wurde und nun im neuen Glanz erstrahlt und sich zu besonderen Anlässen auch wieder dreht. Heute ist es allerdings mit Planen zugehängt.

Da diese aber teilweise transparent sind, kann ich einen Blick auf die hübschen Pferde und Wagen des Karussells werfen. Und siehe da, der nächste Schlüsselbegriff:

Um die Hälse der Pferde liegt eine goldene Kordel, woran ein Schild mit dem Namen des Pferdes hängt. Meine Interpretation des goldenen Halsbandes lasse ich großzügig gelten.

Ich spaziere durch den Park und genieße das herrliche Sommerwetter. Auf dem Weg Richtung Parkpromenade läuft mir doch tatsächlich ein Reh über den Weg. Gut, ich muss gestehen, auf eine etwas andere Art und Weise als geplant, aber ich merke: Man wird kreativ und flexibel bei so einer Zufallsreise. Vom Motorgrill eines Nutzfahrzeuges springt mir ein Rehbock entgegen. Ich fotografiere ihn schnell, bevor er wieder weg hüpft, bin aber eigentlich noch nicht ganz zufrieden mit der Interpretation dieses Begriffs.

Der Park ist groß, vielleicht springt mir noch ein anderes Reh vor die Linse. Und keine 20 Meter weiter tut es das sogar. Eigentlich wollte ich einen Abstecher ins Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum machen, welches sich auch hier im Park befindet. Leider stehe ich vor verschlossenen Türen, da das Museum montags geschlossen hat.

Vor dem Museum steht ein alter Feuerofen. Dieser ist wunderschön mit Rehmotiven bemalt. Jetzt kann ich den Begriff guten Gewissens abhaken.

An der Promenade steht auch das wunderschöne Brunnenhäuschen im klassizistischen Baustil. Wahrscheinlich nicht ganz so wie im Märchen, aber der Brunnen sprudelt. Und auf dem Brunnenhäuschen finde ich auch eine Krone. Zwei auf einen Streich!

Mit einer Hütte im Wald hatte ich gar nicht mehr gerechnet, aber auch hier werde ich fündig. Ich schaue durch das Fenster, aber einen Jungen und ein Mädchen entdecke ich darin nicht.

Da mich aber der Ehrgeiz gepackt hat, und ich gerne alle Schlüsselbegriffe im Park finden möchte, müssen Junge und Mädchen symbolisch herhalten.

Auch der Jäger lässt sich nicht blicken, er scheint noch auf der Jagd zu sein. Aber wir begegnen seinem treuen Jagdhund, der aufmerksam Wache hält.

Die böse Hexe wird von mir kurzerhand in die Steinpyramide auf der Insel im Parkteich verbannt. Und wenn sie nicht gestorben ist, sitzt sie dort noch heute.
Ich hätte nicht gedacht, alle Begriffe, wenn auch mit etwas Phantasie, im Park zu finden. Es war zwar meine erste, aber bestimmt nicht meine letzte Zufallsreise. Selbst bekannte Orte lassen sich auf eine ganz neue zauberhafte Art entdecken.

Wissenswertes

Infos zum Staatspark WIlhelmsbad findet ihr unter www.schloesser-hessen/hanau.de

Infos zum Puppenmuseum in Park gibt es hier: www.hessisches-puppenmuseum.de

Zufallsreisender

Über

Spessart im Glück – Zufallsreisende sind neugierig, Märchenliebhaber und begeisterte Fotografen, die andere Wege gehen, um ihr Reiseziel auf eine besondere Art und Weise zu erkunden. Sie sehen Ihre Umgebung gerne mal mit anderen Augen und lassen sich gerne überraschen.

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