Wandern mit Hund auf den Spessartspuren

11. Oktober 2019

Unterwegs auf der Spessartspur „Wildromantische Hirschbornteiche“

von Malin Plöger

Dieses Jahr meint es der Sommer gut mit uns. Obwohl es zunehmend kälter und die Tage kürzer werden, scheint die Sonne auch Mitte September noch oft vom strahlend blauen Himmel – Perfekte Voraussetzungen für eine Wanderung im Spessart.

Aufgrund meines Studiums lebe ich derzeit eigentlich in Köln, habe aber das große Glück im Rahmen eines Praktikums für drei Monate im hessischen Spessart zu wohnen. Meine Pudelhündin Shaddy ist dabei stets an meiner Seite.
Diese Auszeit vom Großstadtleben genießen wir beide gleichermaßen und wollen die schönen Spätsommertage nutzen, um die Region und ihre märchenhafte und malerische Naturlandschaft zu entdecken. Am liebsten wandernd!
Nach einem Arbeitstag im Büro bleibt uns unter der Woche leider wenig Zeit für lange Wandertouren. Deshalb nehme ich mir heute vor, eine der neuen Spessartspuren auszuprobieren. Die Spessartspuren sind kurze Spazierwanderwege von etwa 3 bis 7 Kilometern und erweitern das Wanderangebot im Spessart.
Meine Wahl fällt auf die Spessartspur „wildromantische Hirschbornteiche“ im Raum Bad Soden-Salmünster. Mit einer Länge von 5,2 Kilometern eignet sie sich perfekt für eine kleine Wanderung nach der Arbeit. Also, worauf warten wir noch – Los geht’s!

Orientierung auf der Spessartspur

Der Wanderparkplatz ist einfach zu finden und auch den Einstieg in die Spessartspur habe ich schnell entdeckt. Einen Moment bleibe ich an der Infotafel stehen und schaue mir den Verlauf der Strecke auf der Karte an. Meine ungeduldige Begleiterin, die es kaum erwarten kann, dass es endlich losgeht, lässt mir dafür allerdings nicht viel Zeit. Egal, bei der guten Beschilderung werden wir den Weg schon finden.

Schritt für Schritt durch den Spessartwald

Als wir den Wanderparkplatz verlassen, kommen wir an einer Kneippanlage vorbei, in der ein älteres Ehepaar tapfer im Storchengang durch das kalte Wasser watet. Einen Moment lang bin ich versucht es ihnen gleich zu tun, doch am Ende siegt meine Bequemlichkeit und ich folge Shaddy über eine kleine Brücke zu den Hirschbornteichen. Nun leuchtet mir auch die Namensgebung des Weges ein: Am Ufer der Teiche bedecken Seerosen das Wasser. Die tief stehende Nachmittagssonne glitzert auf der Wasseroberfläche und hüllt die Landschaft in ein warmes orangenes Licht. Diese Szene hat wirklich etwas Romantisches an sich.

Sobald wir die Teiche passiert haben, tauchen wir in einen Mischwald ein, der von Buchen und Eichen geprägt ist. Mit einer leichten, aber stetigen Steigung geht es auf abwechslungsreichen Wegen durch den Wald. Die Sonne blitzt hier und da immer wieder durch das Blätterdach der Baumkronen und zeichnet faszinierende Lichtspiele auf den Waldboden. Die Luft ist angenehm kühl und frisch. Bis auf das Rascheln der Blätter unter meinen Füßen und dem vereinzelten Gezwitscher der Vögel ist es beinahe lautlos im Wald – kein Vergleich zur Kölner Innenstadt!

Fernblicke im Spessart

Nach einer Weile öffnet sich der Wald und es bietet sich mir ein wunderschöner Blick über die umliegenden Felder und Waldkuppen. In der Ferne drehen sich gemächlich einige Windräder und die letzten Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch die dünne Wolkendecke. Ich halte einen Moment inne, recke mein Gesicht in die warme Abendsonne und genieße die tolle Aussicht.

Auf Umwegen

Abgelenkt von der traumhaften Aussicht, schaffe ich es tatsächlich, mich trotz der hervorragenden Beschilderung auf der letzten Etappe des Weges zu verlaufen. Aber halb so schlimm: nach einem kleinen Umweg entdecke ich an einem Baumstamm das blaue Schild, welches die Spessartspuren kennzeichnet und finde somit schnell wieder auf meinen Weg zurück. Schließlich gelange ich zur Mühlwiese, wo reichlich Bänke und Tische zum Verweilen einladen. Auch meiner vierbeinigen Begleitung scheint es hier zu gefallen. Ein Blick auf die Uhr sagt mir allerdings, dass es Zeit wird den Heimweg anzutreten.
Shaddy sieht zwar ein wenig enttäuscht aus, als wir nach gut 1 ½ Stunden wieder am Parkplatz ankommen und die schöne Wanderung vorbei ist, doch insgeheim freut sie sich, glaube ich auch, auf ihr Abendessen und das wohlverdiente Sofa.

Ich nehme noch einen tiefen Atemzug und fülle meine Lungen mit der frischen Waldluft, bevor ich zufrieden in mein Auto steige. Der kurze Ausflug in die Natur hat mir wirklich gut getan. Ich fühle mich entspannt und belebt zugleich und kann nun mit neuer Energie in den Rest der Woche starten.

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