Mein Tag in Gelnhausen

4. Juni 2020

Wahl meines persönlichen Tages im Spessart

von Yannik Seyerlein

Endlich ist es soweit! Die Restaurants, Cafés und Biergärten haben seit kurzer Zeit unter Auflagen wieder ihre Pforten geöffnet. Auch der Besuch von Freizeiteinrichtungen ist größtenteils mit Einschränkungen wieder erlaubt. Auf der Seite „Dein Tag im Spessart“ finde ich eine Auswahl an vorgeplanten Tagestouren, von denen ich nach der langen Zeit Zuhause unbedingt eines ausprobieren möchte. Die Auswahl fällt mir gar nicht so leicht, da ich fast allen Paketen etwas abgewinnen kann. Weil ich sowohl kulturinteressiert bin, mich aber auch gerne in der Natur aufhalte, fällt meine Wahl schließlich auf das Paket „Lebendige Geschichte in Gelnhausen“.

Ankunft in Gelnhausen

Bei bestem Wetter mache ich mich auf den Weg. Nach einer guten halben Stunde Fahrzeit kündigt die Marienkirche, das Wahrzeichen der Barabarossastadt, schon von weitem mein heutiges Ziel an. Ich parke an der leise vor sich hin fließenden Kinzig und mache mich auf den Weg Richtung Obermarkt, um gleich den ersten Programmpunkt in die Tat umzusetzen.

Museum Gelnhausen

Es geht in das Museum Gelnhausen.
Dort besteht die Möglichkeit, sich via kostenlosem Audioguide durch das Scannen von QR-Codes durch die Gelnhäuser Geschichte geleiten zu lassen. Ich entscheide mich heute allerdings für den „klassischen“ Museumsbesuch. Nach eingehender Händedesinfektion mache ich mich auf den Weg in das spektakulär beleuchtete Museum. Aufgegliedert in verschiedene Zeiträume mit spezifischer Farbgebung erlange ich unter anderem spannendes Hintergrundwissen über die Gründung der Barbarossastadt, bedeutende Bauten Gelnhausens und die weiteren Entwicklungen in der jüngeren Geschichte.

Ich begebe mich ein Stockwerk tiefer in die Grimmelshausen-Welt, wo ich von einer gemütlichen Leseecke mit Werken des berühmten Dichters empfangen werde. Besonders spannend empfinde ich die Tatsache, dass dieser seine Werke nicht unter seinem richtigen Namen veröffentlichte, sondern auf Anagramme zurückgriff. Da dessen Großvater eine kleine Schankwirtschaft betrieb, war Grimmelshausen auch dem Wein nicht ganz abgeneigt. Dass mich der Rebsaft den Tag über weiter begleiten wird, ist mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.

Bummeln durch die Altstadt

Nach den interessanten Eindrücken aus dem Museum steht nun ein Bummel durch die idyllische Altstadt mit beeindruckenden Fachwerkhäusern an, bei dem ich sofort das ein oder andere Gebäude wiedererkenne.
An einigen Stellen bleibe ich stehen und scanne den QR-Code der Infotafeln des digitalen Stadtrundgangs, über den ich weiteres Hintergrundwissen zur jeweiligen Station erhalte. Ich bin begeistert davon, wie sich hierbei Geschichte mit der Digitalisierung verbinden lässt. Ich mache eine kleine Pause am Untermarkt, wo ich mir bei wunderschönem Altstadtflair eine leichte Mahlzeit und ein leckeres Eis zur Erfrischung gönne.

Kulturweg 4

Im Stadtpark mache ich einen kurzen Zwischenstopp am Spessart Märchenthron, der Fotospot in prächtiger Kulisse mit Blick auf die Marienkirche ist. Ich verweile ein wenig im Stadtpark, bevor der sportliche Teil des Tages ansteht. Der Kulturweg 4 des Archäologischen Spessartprojektes verspricht tolle Aussichten mit spannenden Hintergrundinfos. Gesagt getan. Ich passiere einen Buntsandsteinbruch, der schon für den Bau der Kaiserpfalz im 12.Jahrhundert diente. Schließlich gelange ich zu einem kleinen Weinberg am Pfaffenweg, wo ebenfalls im 12.Jahrhundert die ersten Rebsorten angebaut wurden. Unweit davon habe ich einen tollen Fernblick, ich sehe sogar die Umrisse der Frankfurter Skyline!

Ich merke, wie ich langsam Hunger bekomme und recherchiere kurz im Internet. Das „Restaurant zum Mühlrad“ befindet sich unweit der belebten Müllerwiese und bietet als Hessen á la Carte-Betrieb allerlei regionale Köstlichkeiten für jeden Geschmack. Vor dem Essen passiere ich die Marienkirche, den Hexenturm und die Kaiserpfalz für einen letzten Fotostop von Außen – die Zeit für eine Besichtigung reicht leider nicht mehr.

Ausklang im Restaurant „Zum Mühlrad“

Ich entscheide mich für eine klassische „Grie Soß mit Petersilienkartoffeln & Ei“ und bereue diese Wahl keineswegs. Zu dem köstlichen Gericht trinke ich in entspannter Atmosphäre im Biergarten und bei einem letzten Blick auf die Marienkirche ein Glas Traubensaft – das mit dem Wein werde ich wohl auf nächstes Mal verschieben.

Gestärkt und voller neuer spannender Eindrücke trete ich die Heimreise an. Eines ist sicher. Dies war sicherlich nicht mein letzter Tag im Spessart.

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