Wandern auf der Spessart-Fährte Jossgrund-Runde

11. März 2021

Ein sonniger Märztag im Spessart

Spontan haben wir beschlossen in den hessischen Spessart aufzubrechen und eine der Spessart-Fährten zu erwandern. Laut Webseite des Naturpark Spessart erschließen diese Rundwege „kleinräumige Wanderparadiese“ und zeigen „auf unvergessliche Art und Weise die Vielfältigkeit des Spessarts.“

Das ist natürlich ein hoher Anspruch, der überprüft werden will. Wir suchen uns die Spessartfährte „Jossgrund-Runde“ aus. Da der Winter noch in der Luft liegt, wollten wir nämlich möglichst viel freie Flächen und möglichst wenig Wald auf der Strecke haben. Die Tour ist sogar mit dem deutschen Wandersiegel ausgezeichnet. Ausgestattet mit dem ansprechenden Flyer machen wir uns auf den Weg.

Einstieg am idyllischen Auragrund

Der offizielle Startplatz zur Tour liegt im Burgwiesenpark in Oberndorf. Wir entscheiden uns aber für den alternativen Einstieg vom Parkplatz an der Straße in Richtung Aura in der Nähe des Forsthaus Zieglerfeld.

Los geht’s am Waldrand etwas oberhalb des idyllischen Auragrunds, wo sich das gleichnamige Flüsschen durch die Wiesen schlängelt. Die Strecke verläuft überwiegend durch offene Landschaften. Es geht zunächst ziemlich stetig bergauf und immer wieder eröffnen sich schöne Ausblicke. An einem besonders schönen Platz lädt eine Rastbank mit „Gipfelbuch“ zur Pause in der wärmenden Sonne ein. Ein Blick in das Heft zeigt, dass schon viele diese Tour gegangen sind und begeistert waren. Ein paar Reiter kommen vorbei, grüßen freundlich und verschwinden dann wieder hinter der nächsten Kurve – das Fell der stolzen Tiere glänzt in der Nachmittagssonne.

Wanderweg

Ausblick mit Specht

Schöne Aussicht am Zöllersberg

Mit 430 Höhenmetern haben wir dann auch das Dach der Tour erreicht und es geht abwärts in Richtung Oberndorf. Über offene Hänge laufen wir aber zunächst um den aussichtsreichen Zöllersberg herum und können dann fast ein 360-Grad-Panorama genießen. Es geht recht steil bergab, dann aber biegen wir noch vor dem Ort rechts ab und laufen oberhalb auf dem sogenannten Bergpfad entlang – immer das idyllische Oberndorf mit seiner imposanten Kirche im Blick.

Blick auf Oberndorf

Im Tal der Jossa

Kurz darauf geht es weiter abwärts und dann erreichen wir endlich die Jossa, die diesem Tal ihren Namen gab. Der altertümliche Ortskern von Burgjoß empfängt uns nach einer idyllischen Brücke mit Fachwerkhäusern, vielen Brücken und einem kleinen Häuschen mit einer alten Viehwaage. Wir machen uns den Spaß und wiegen uns selbst einmal (irgendwas unter 100 Kilogramm ….).

Spiel, Spaß und Entspannung im Burgwiesenpark

Wenig später sind wir schon im Burgwiesenpark angelangt und genießen die sich im Teich spiegelnde Silhouette der Burg Burgjoß in der Abendsonne. Das imposante Gebäude mit runden und spitzen Dächern und der leuchtenden Fassade ist heute Sitz der Forstverwaltung.

Wir schlendern durch den Park während Kinder auf dem Spielplatz klettern und toben. Wir nehmen uns vor, beim nächsten Mal den Minigolfplatz, die Kneipp-Anlage und den Boule-Platz auszuprobieren und uns danach im Café im gegenüberliegenden Schafhof zu belohnen, das im Moment im Corona-Schlaf liegt.

Wasserburg Burgjoss

Der Uferpfad

Kurz darauf empfängt uns schon der nächste Höhepunkt: Der schmale Uferpfad entlang der Jossa. Er schlängelt sich entlang des mäandrierenden, von Erlen gesäumten Flusses durch die Aue. Hier soll es auch Bieber geben.

Uferpfad an der Jossa

Steiniger Berg

Glücksmoment am Steinigen Berg

Dann folgt der steile Anstieg zum Steinigen Berg. Nach einem kurzen Waldstück machen wir noch eine letzte Rast an einem Holzstapel, genießen die Fernsicht über die bewaldeten Kuppen und die überwältigende Sonnenuntergangsromantik fernab der Zivilisation. Nur die Vögel und die Natur genießen mit uns die Ruhe und das Versinken der Sonnenstrahlen hinter dem Hügel.

Der letzte Abschnitt führt uns noch vorbei an einer der seltenen Wacholderheiden des Spessarts, bevor wir dann wieder bergab und später entlang der Straße durch den Auragrund zum Forsthaus Zieglerfeld wandern.

Fazit

Nach 11,7 km und 250 hm und einer Nettolaufzeit von 2 ¼ Stunden kommen wir wieder am Parkplatz an. Das Faltblatt hat nicht zu viel versprochen – wir haben ein wahres Wanderparadies entdeckt und viele Glücksmomente genossen: Eine ehemalige Wasserburg, tolle Fernsichten, sonnenverwöhnte Wiesen, mäandernde Bäche, ein idyllisches Örtchen und viele schöne Rastplätze. Die Tour „Jossgrund-Runde“ ist zu 100% empfehlenswert!

Übrigens

Viele weitere Touren durch den Spessart und das Mainviereck findet Ihr auch auf dem interaktiven Tourenportal unter folgendem Link.

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