Zu Besuch auf dem Weidenhof

31. März 2021

Das Konzept „offener Hof“

„Das Konzept offener Hof? Schon als Kind habe ich mit meiner Oma hier auf dem Weidenhof Milch geholt, da gehörte ein Stallbesuch einfach immer mit dazu“. Claudia Müller kennt es nicht anders. Ich stehe mit ihr im Kuhstall und habe nahezu einen der besten Arbeitstage in diesem Jahr, denn: Neben mir liegt ein frisch geborenes Kälbchen im Stroh und vor mir döst eine „Kindergartengruppe“ Jungvieh – definitiv eine schöne Abwechslung zum Büroalltag.

Gegen Mittag fahre ich mit dem Rad zum Weidenhof in Wächtersbach-Neudorf. Ich habe einen Termin mit Claudia Müller, die mir ihren Hof zeigen möchte. Theoretisch benötige ich keinen Termin oder eine Absprache, denn jeder kann ohne Anmeldung einfach hinter die Kulissen des landwirtschaftlichen Betriebes schauen: ein offener Hof wortwörtlich.

Seit 1959 ist der Hof in Besitz der Familie Müller. Jeder kann sich ganz transparent ein Bild von der Erzeugung der Produkte machen, durch den Stall schlendern und den hauseigenen Joghurt, Käse oder Wurst und Co. direkt im angeschlossenen WeidenHofLaden genießen.

© Weidenhof

© Weidenhof

Kleine Jungbauern/innen willkommen

Aber vor dem Vergnügen kommt die „Arbeit“: An einer Mauer stehen kleine Schubkarren und Besen, damit die Kinder spielerisch mithelfen können. Eigentlich war dies gar nicht so vorgesehen, erzählt mir Claudia, es bringt den Kindern allerdings viel Freude und so kamen in den Jahren immer mehr kleine Arbeitsgeräte hinzu, die nun ausgiebig genutzt werden. „Wir merken natürlich ebenso, dass das Thema der regional erzeugten Lebensmittel stärker ins Bewusstsein rückt. Gerade durch den Besuch von jungen Familien hier auf dem Hof, freuen wir uns immer über das Interesse an unserer Arbeit und zeigen gern, was wir machen“.

Die Belohnung danach

Mit einer angeschlossenen Hofmolkerei verarbeitet der Weidenhof seine Milch zu hausgemachtem Joghurt, Käse und Milchgetränken direkt weiter. Auch die Fleischerzeugnisse wie Wurst, Braten und Grillwürstchen liegen in der Frischetheke im Hofladen.
Ich stehe allerdings vor einer deutlich kleineren Vitrine: Eine Belohnung nach getaner Arbeit sind wohl eher die süßen Backwaren und Brote vom Antoniuswerk aus Fulda, denn die Familie kooperiert mit vielen Erzeugern der Region, deren Produkte ebenfalls im Laden zu finden sind.
Sollte der Hofladen nicht geöffnet sein, findest du eine kleine Auswahl der Produkte direkt im Regiomaten. Kakaogenuss 24h und am Wochenende.

© Weidenhof

Kleiner Tipp: Ein Blick über den Weidenhof

Nach dem Besuch zeigt das Naturkino im Nebenort Aufenau den Weidenhof aus einer anderen Perspektive: Ein Panorama gibt den Blick über den Hof und das Brachttal bis in den Vogelsberg frei – ein schöner Ort für eine kleine Pause und ein leckeres Picknick mit Käse, Kakao oder Wurst vom Weidenhof. Das Naturkino Aufenau ist ein kleiner besonderer Rastplatz, den du über einen Feldweg ausgehend von der Martin-Luther-Straße erreichst.
Alternativ kannst du über die nahen Feldwege um den Weidenhof und durch die Auen der Kinzig spazieren oder auf dem hessischen Radfernweg R3 sowie dem Vogelsberger Südbahnradweg deinen Besuch mit einer kleinen Fahrradtour verbinden. Ein Teilstück des R3 führt dich hierbei über den angeschlossenen Radweg durch das Kinzig-Tal nach Aufenau und zum höher gelegenen Naturkino. Dein Rad kannst du gut im Ort stehen lassen und das letzte Stück laufen.

© Weidenhof

Mit neuen Eindrücken steige auch ich wieder auf mein Rad und fahre nach Hause. Gerade der Besuch im Kälbchen-Stall wird bestimmt nicht mein letzter gewesen sein.

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