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veröffentlicht am 13.04.2017

Kräuterwanderung

Auf Frühlingskräuterwanderung im Spessart 

Wenn Anfang März bei uns die ersten Gräser sprießen, treibt es mich raus, um zu schauen, ob man bereits erste Kräuter finden kann. An einem schönen, sonnigen Samstagmittag starte ich Richtung des Bernhardswald, südöstlich des Luftkurort Schlüchtern gelegen. Hier verläuft auch der Premiumwandweg „Spessartbogen”, und hier findet man die leckersten Kräuter in freier Natur.

Bereits auf dem Weg dorthin erlebe ich das erste AHA-Erlebnis: kurz vor dem Freizeitgelände Neidhof entdecke ich links des Wegs in einem Wasserlauf etwas Grünes.

Ich halte an, um das Grün näher zu betrachten. Volltreffer!! Ich habe Brunnenkresse entdeckt, die so herrlich nach Meerrettich schmeckt. Schnell zurück zum Auto, um eine der für solche Zwecke immer dort verstauten Papiertütchen zu holen. Bald sind zwei Handvoll der Kresse eingesammelt; völlig ausreichend um einen leckeren Quarkaufstrich anzufertigen. Der Standort zeigt übrigens, dass die Wasserqualität sehr gut ist. Sonst würde da keine Brunnenkresse wachsen.

 

 

Ich fahre weiter zum Naturparkplatz Bernhardswald, parke dort mein Auto und folge, mit einer weiteren Papiertüte ausgestattet, der Beschilderung des Wanderwegs „Milan“ talabwärts Richtung Ahlersbachschlucht. Die Schlucht ist für ihre bizarren Felsformationen bekannt, die vor vielen Hundert Millionen Jahren entstanden sind, als das Gebiet von einem flachen Binnenmeer bedeckt war. Vielleicht ist das der Grund für den fruchtbaren Boden?

Bald erreiche ich die mir seit vielen Jahren bekannte Stelle. Und wirklich, die ersten grünen Blättchen des Bärlauchs haben sich bereits durch die Laubschicht gearbeitet. Behutsam pflücke ich das erste Blättchen und koste. Ein herrlich intensiver Knoblauchgeschmack überzieht meinen Gaumen, genau richtig und dazu noch gesund.

Sorgsam pflücke ich Blatt für Blatt und verstaue meine Ernte in der Papiertüte. Eine anstrengende Tätigkeit, gebückt am Hang stehend, doch die Mühe zahlt sich aus. Belohnt wird man auch durch die wundervolle Stille, die einen umgibt, und nur durch Vogelgezwitscher oder das Schlagen eines Spechtes unterbrochen wird.

 

 

Zurück zu Hause werden meine „Kräuterschätze“ sorgfältig in fließendem Wasser abgespült und sofort zubereitet. Aus dem Bärlauch bereite ich eine schmackhafte Kräuterbutter, die wunderbar zu Pellkartoffeln passt, aus der Brunnenkresse wird zu einem Quarkaufstrich. Geschmack, den man nirgends kaufen kann!

Im Kühlschrank hält sich das Ganze mindestens 1 – 2 Tage, wenn man nicht alles gleich aufisst.

Übrigens: eine gute Bekannte von mir betreibt einen Kräuterladen und bietet auch Kräuterwanderungen an. Ich begleite sie immer wieder gerne und lerne dabei mehr der schmackhaften und gesunden Kräuter kennen.

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